Die große Gefahr beim Weiterverkauf

Wir haben in den letzten Tagen die auf der Geschäftsstelle ausliegenden Satzungen und Verträge durchgeguckt, die jedoch größtenteils nur die ausformulierte Version der seit der letzten Info-Veranstaltung bekannten Pläne des Vorstands sind. Allerdings stießen wir bei der Durchsicht auf einen Punkt, der bis dato noch kein Thema in der Debatte war: Das Weiterverkaufsrecht von Aktien.

Auf diesem Blog wurde bereits auf die Problematik hingewiesen, dass die Mitglieder nicht mitbestimmen können, wer Anteile an der Kommanditgesellschaft erwirbt. Mit dem in der Satzung der neu zu gründenden GmbH&Co KGaA verankerten Weiterverkaufsrecht der Investoren wird dieses Problem nochmals erheblich verschärft. Denn der Verein (weder die Mitglieder, noch gewählte Gremien) kann nicht mitbestimmen, an welche Person ein Investor seine Anteile weiterverkauft. Zwar muss vor einem Verkauf die vom Verein kontrollierte Komplementär-GmbH zustimmen. Die Satzung sieht hier jedoch eine gebundene Entscheidung vor. Das heißt, dem Weiterverkauf muss zugestimmt werden, es sei denn der Verkäufer möchte an mehrere, verschiedene Investoren weiterverkaufen, der Erwerb steht Satzungen oder Statuten des DFB/der DFL entgegen oder es spricht ein „in der Sache der Person liegender sachlicher Grund gegen den Erwerb“. Dies soll insbesondere der Fall sein, wenn „Grund zu der Annahme besteht, dass der Erwerber seine Rechte als Kommanditaktionär nicht im Interesse der Gesellschaft ausüben wird.“ Das bedeutet: Der Verein muss dem Weiterverkauf an jedem Erwerber zustimmen, außer er kann sachlich darlegen, dass dieser Aktionär der Gesellschaft schaden wird. Das ist eine im Einzelfall fast schon unmögliche Aufgabe, denn ein möglicherweise schädigender Erwerber wird dies kaum vorher öffentlich erklären. Hätte der Verein mittlerweile ein konkretes Leitbild für Investoren entwickelt, wie von uns und vom Fanprojekt gefordert, könnten vielleicht zumindest klar gegen dieses Leitbild verstoßende Erwerber ausgeschlossen werden – stand jetzt, geht auch das nicht. Auf Grund dieser Satzung ist es für den Verein also nicht möglich, Weiterverkäufe an völlig unbekannte Geschäftsleute aus dem Ausland, Rüstungskonzerne, Menschen wie Thomas Bäumer oder sämtliche andere, problematische Investoren zu verhindern. Auch ein vielfach gefordertes Rückkaufrecht des Vereins gibt es nicht.

Nochmal zusammengefasst: Wir Mitglieder können nicht entscheiden, wer Anteile an der Kommanditgesellschaft erwirbt. Dies können nur von uns gewählte Leute. Weder diese gewählten Leute, noch wir Mitglieder, können jedoch entscheiden oder auch nur mitreden, an wen die einmal erworbenen Anteile weiterverkauft werden. Das können nur die Investoren selbst. Also bestimmen über den Weiterverkauf von Anteilen Investoren, denen nicht einmal selbst von der Mitgliederversammlung das Recht zum Kauf eingeräumt wurde. Und dass diese auf die Interessen der Vereinsmitglieder freiwillig Rücksicht nehmen, ist wohl kaum zu erwarten. Angebot und Nachfrage, sowie die eigene finanzielle Situation der Verkäufer werden hier die ausschlaggebenden Beweggründe sein.

Wir Mitglieder haben im von der Vereinsführung gewählten Modell somit praktisch keinen Einfluss darauf, wer später Anteile an unserer ausgegliederten Kapitalgesellschaft hat. Mit einem Ja zur Ausgliederung würden wir dies akzeptieren und unser Mitbestimmungsrecht für zukünftige (Mit-)Eigentümer aller ausgliederten Mannschaften und Bereiche weitgehend aus der Hand geben.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Unser Verein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.